4.03.2012
Die meisten Festival-Besucher sind schon in Abreisestimmung. Dazu passt, dass heute eine enorme frente frio mit orkanartigem Sturm gekommen ist, die Temperaturen sanken um 10 Grad. Das macht nichts, das Wetter hat es diese Woche gut mit uns gemeint. Jetzt ist Zeit für viele Besuche. Heute abend Eduardo Gonzales und seine Frau Maira, die übrigens Zwillinge erwartet. Auch Roberto Infante, der ehemalige Handelsrat der Kubanischen Botschaft in Berlin und seine Frau Maria Luisa warten auf einen Besuch. Unser Zigarrenfreund Steltzer aus Wien ist einen ganzen Monat hier und wir überlegen, demnächst den Osten der Insel gemeinsam zu erkunden.
XIV Festival Habano, Februar 2012 - 2.03.12 (GALA)
2.03.2012 am Abend - GALA
Die für viele langersehnte Gala hielt, was sie versprach. Zwar ist sie m. E. etwas zu sehr in die Länge geraten. Preisverleihung und Auktion fanden erst gegen Mitternacht statt und den Gutenachtgruss gab es erst um halb zwei. Auch mit dem Essen ist das so eine Sache. Vieles wäre noch geniessbar, wenn es nicht eiskalt auf den Tisch käme. Aber was will man schon, wenn rund 1200 Gäste bewirtet werden müssen. Und schliesslich liegt der Schwerpunkt der Gala auf dem (zigarren)gesellschaftlichen drum und dran. Was sehr positiv auffällt, ist die zunehmende Professionalität des Service, der sogar an unserem Tisch sich zur Rücknahme einer Flasche Rotweins bewegen liess, die nach übereinstimmender Meinung unserer Tischgesellschaft den enormsten Korken aller Zeiten hatte. Hier zwei Videos vom musikalischen Begleitprogramm:
Unseren Tisch - A18 - hatte Toni deDios liebevoll zusammengesetzt. Ausser mir sassen hier Genc, Casa Düsseldorf, Schäuble, Casa Stuttgart, Wolters, Casa Hamburg, Skoblo und Kagan aus Berlin sowie Sabine Pfleghaar von 5th Avenue und Toni selbst. Wir hätten also gut und gerne eine Art von Casa-Gewerkschaft für Deutschland an diesem Abend gründen können.
Zigarrenmässig stand die Gala ganz im Zeichen von Romeo y Julieta. Die Zigarrenkarte sah so aus:
Preise des neuen Habanos-Jahrgangs 2011 gingen an:
Als James Belushi mit den Präsidenten von Habanos die Preise übergeben hatte, griff er noch einmal zur Mundharmonika. Hier das Video:
Die Auktion ergab einmal mehr ein sensationelles Ergebnis. Von Anfang an war von Krise nichts zu spüren und die Vermögenden gaben das Geld mit vollen Händen aus. Die Humidore waren mit z. T. äusserst raren Zigarren aus der Geschichte der jeweiligen Marken gefüllt.
Lot 1: Ein schöner Upmann Humidor (350 Zigarren) in Form eines Arzneischranks (!) samt einem Upmann Porzellan-Service mit Jars und Aschenbecher ergab € 60.000,- und ging nach Indien.
Lot 2: Der Monterrey-Humidor wurde zusammen mit einem Meissen Pferd ausgelobt und erhielt € 40.000,- Ersteigert durch die Preisträgerin Freeman.
Lot 3: Ein wunderschöner Romeo y Julieta Humidor mit Intarsien und zwei Skulpturen der beiden Liebenden ging zusammen mit einem Romeo y Julieta-Porzellanservice von Sargadelos in Spanien für € 130.000,- weg
Lot 4:Ein sehr präsentabler Partagas-Humidor zusammen mit einem Partagas-Schachspiel erreichte € 60.000,-
Lot 5: Der Montecristo-Humidor von Humidif ging zusammen mit einem Kreide-Bild des kubanischen Künstlers Alexis Leyva Machado für € 80.000,- weg.
Lot 6: Der Höhepunkt war eine atemberaubende Nachbildung von El Laguito mit einer Vorrichtung, die per Fernsteuerung eine ganze Cohiba-Kiste aus dem Gebäude hebt. Insgesamt sind im Humidor 5000 Zigarren untergebracht. Sensationelle € 360.000,- brachte er ein.
Die für viele langersehnte Gala hielt, was sie versprach. Zwar ist sie m. E. etwas zu sehr in die Länge geraten. Preisverleihung und Auktion fanden erst gegen Mitternacht statt und den Gutenachtgruss gab es erst um halb zwei. Auch mit dem Essen ist das so eine Sache. Vieles wäre noch geniessbar, wenn es nicht eiskalt auf den Tisch käme. Aber was will man schon, wenn rund 1200 Gäste bewirtet werden müssen. Und schliesslich liegt der Schwerpunkt der Gala auf dem (zigarren)gesellschaftlichen drum und dran. Was sehr positiv auffällt, ist die zunehmende Professionalität des Service, der sogar an unserem Tisch sich zur Rücknahme einer Flasche Rotweins bewegen liess, die nach übereinstimmender Meinung unserer Tischgesellschaft den enormsten Korken aller Zeiten hatte. Hier zwei Videos vom musikalischen Begleitprogramm:
Unseren Tisch - A18 - hatte Toni deDios liebevoll zusammengesetzt. Ausser mir sassen hier Genc, Casa Düsseldorf, Schäuble, Casa Stuttgart, Wolters, Casa Hamburg, Skoblo und Kagan aus Berlin sowie Sabine Pfleghaar von 5th Avenue und Toni selbst. Wir hätten also gut und gerne eine Art von Casa-Gewerkschaft für Deutschland an diesem Abend gründen können.
Zigarrenmässig stand die Gala ganz im Zeichen von Romeo y Julieta. Die Zigarrenkarte sah so aus:
- Exhibicion No.4 (Für Kenner: ein must)
- Die neue Petit Churchill
- Wide Churchill
- 2 der neuen Romeo y Julieta Churchills Reserva Cosecha 2008
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| Romeo y Julieta Churchills Reserva Cosecha 2008 |
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| Reizende Präsentation |
- Produktion: Armando Rodriguez Chill, Cuba
- Kommunikation: José Castelar Cueto, Cuba
- Handel: Jemma Freeman, Grossbritannien
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| Jemma Freeman |
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| die drei Preisträger |
Schlusskommentar von Belushi: "I love Cuba". Yes, we really do!!
Die Auktion ergab einmal mehr ein sensationelles Ergebnis. Von Anfang an war von Krise nichts zu spüren und die Vermögenden gaben das Geld mit vollen Händen aus. Die Humidore waren mit z. T. äusserst raren Zigarren aus der Geschichte der jeweiligen Marken gefüllt.
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| Auktion mit Simon Chase |
Lot 2: Der Monterrey-Humidor wurde zusammen mit einem Meissen Pferd ausgelobt und erhielt € 40.000,- Ersteigert durch die Preisträgerin Freeman.
Lot 3: Ein wunderschöner Romeo y Julieta Humidor mit Intarsien und zwei Skulpturen der beiden Liebenden ging zusammen mit einem Romeo y Julieta-Porzellanservice von Sargadelos in Spanien für € 130.000,- weg
Lot 4:Ein sehr präsentabler Partagas-Humidor zusammen mit einem Partagas-Schachspiel erreichte € 60.000,-
Lot 5: Der Montecristo-Humidor von Humidif ging zusammen mit einem Kreide-Bild des kubanischen Künstlers Alexis Leyva Machado für € 80.000,- weg.
Lot 6: Der Höhepunkt war eine atemberaubende Nachbildung von El Laguito mit einer Vorrichtung, die per Fernsteuerung eine ganze Cohiba-Kiste aus dem Gebäude hebt. Insgesamt sind im Humidor 5000 Zigarren untergebracht. Sensationelle € 360.000,- brachte er ein.
XIV Festival Habano, Februar 2012 - 2.03.12
2.03.2012
Eine exklusive Führung für die kleine Berliner-Gruppe ermöglichte uns Arnaldo Ovalles Brinones, der Direktor El Laguito (Cohiba). Mit dabei waren unsere lieben Freunde, die Ex-Direktorin Emilia Tamayo und ihr Mann Jorge.
Z. Z. läuft die Produktion der neuen Piramide Extra auf Hochtouren und Arnaldo meint, dass wohl im Juni die ersten Kisten verschickt werden können. Allerdings werden in "El Laguito" nur ca. 25% der Piramiden gerollt, der Rest bei H. Upmann. Grund ist die Tatsache, dass das Piramiden-Format in "El Laguito" keine Roll-Tradition hat, dafür bei H. Upmann umso mehr.
Ggegenwärtig beschäftigt Arnaldo insgesamt rund 220 Mitarbeiter/innen, davon 99 Torcedores und Torcedoras. Die einzige Cohiba-Linie, die nach wie vor ausschliesslich in El Laguito hergestellt wird, ist die Behike. Interessanterweise konnte Arnaldo nicht verstehen, warum bei uns die 54 und die 56 beständig Mangelware sind. Er habe längst auf die Nachfrage reagiert!
Während des Gesprächs reifte der Wunsch auf unserer Seite, Arnaldo nach Deutschland einzuladen. Ein guter Anlass hierfür wäre das Hafenfest. Er jedenfalls würde sich freuen. Sobald ich zurück in Berlin bin, werde ich ein offizielles Gesuch an Habanos richten. Hoffentlich klappt es.
Im Anschluss an den Fabrikrundgang haben wir gemeinsam im Paladar "La cocina de Lilliam" gegessen, einem, wir mir scheint, der schönsten Paladares in Havana und mit einer Küche, die vergleichsweise Spitze ist. Jedenfalls erkläre ich hiermit feierlich, die bei "Lilliam" servierten Garbanzos (Kichererbsen) zu den besten, die ich je ass.
Hier übrigens auch mal einen Blick auf zwei meiner "Mitjournalisten": Gabriela Grees schreibt für das European Cult Journal und Manuel Fröhlich blogt für die Schweiz.
Eine exklusive Führung für die kleine Berliner-Gruppe ermöglichte uns Arnaldo Ovalles Brinones, der Direktor El Laguito (Cohiba). Mit dabei waren unsere lieben Freunde, die Ex-Direktorin Emilia Tamayo und ihr Mann Jorge.
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| Arnaldo, Direktor von "Cohiba" |
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| Emilia Tamayo |
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| Jorge Tamayo |
Z. Z. läuft die Produktion der neuen Piramide Extra auf Hochtouren und Arnaldo meint, dass wohl im Juni die ersten Kisten verschickt werden können. Allerdings werden in "El Laguito" nur ca. 25% der Piramiden gerollt, der Rest bei H. Upmann. Grund ist die Tatsache, dass das Piramiden-Format in "El Laguito" keine Roll-Tradition hat, dafür bei H. Upmann umso mehr.
Ggegenwärtig beschäftigt Arnaldo insgesamt rund 220 Mitarbeiter/innen, davon 99 Torcedores und Torcedoras. Die einzige Cohiba-Linie, die nach wie vor ausschliesslich in El Laguito hergestellt wird, ist die Behike. Interessanterweise konnte Arnaldo nicht verstehen, warum bei uns die 54 und die 56 beständig Mangelware sind. Er habe längst auf die Nachfrage reagiert!
Während des Gesprächs reifte der Wunsch auf unserer Seite, Arnaldo nach Deutschland einzuladen. Ein guter Anlass hierfür wäre das Hafenfest. Er jedenfalls würde sich freuen. Sobald ich zurück in Berlin bin, werde ich ein offizielles Gesuch an Habanos richten. Hoffentlich klappt es.
Im Anschluss an den Fabrikrundgang haben wir gemeinsam im Paladar "La cocina de Lilliam" gegessen, einem, wir mir scheint, der schönsten Paladares in Havana und mit einer Küche, die vergleichsweise Spitze ist. Jedenfalls erkläre ich hiermit feierlich, die bei "Lilliam" servierten Garbanzos (Kichererbsen) zu den besten, die ich je ass.
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| Bei "Lilliam" |
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| Gabriela Grees |
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| Manuel Fröhlich |
XIV Festival Habano, Februar 2012 - 1.03.12
1.03.2012
Am Donnerstag endlich Zeit, die Messe zu besuchen.
Neu und sehenswert diesmal eine ausgedehnte Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst aus Kuba. Die Bilder konnten z. T. käuflich erworben werden. Einen kleinen Ausschnitt habe ich auf das folgende Video gebannt:
Neu hat sich auch die Porzellanmanufaktur "Meissen" in Havanna positioniert und will mit Habanos einen Kooperationsvertrag eingehen. Wir dürfen uns also auf Luxusascher Meissen-Habanos freuen.
Herr Einecke repräsentiert Meissen in Havana, er ist auch häufiger Gast im Hafen.
Am Abend die traditionelle Einladung von 5thAvenue für Deutschland und Österreich und von Intertabak für die Schweiz zur Cena Cubana.
Eingeladen wurde ins "El Pedregal". Zur Cena gaben sich auch die Botschafter der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz die Ehre. Ich war Tischnachbar des Deutschen Botschafters, Dr. Wolf Daerr, der in interessantem Gespräch ein vielfältiges Bild der gegenwärtigen Beziehungen Deutschland-Kuba, aber auch der Situation in Kuba selbst entwarf.
Höhepunkt des Abends war das Konzert der "Camerata romeu", eines ausschliesslich aus Frauen bestehenden klassischen Orchesters. Sie spielten Stücke kubanischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts und auch eine Eigenkomposition einer der blutjungen Violonistinnen. Wir waren alle von der Qualität dieses Orchesters begeistert.
Am Donnerstag endlich Zeit, die Messe zu besuchen.
Neu und sehenswert diesmal eine ausgedehnte Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst aus Kuba. Die Bilder konnten z. T. käuflich erworben werden. Einen kleinen Ausschnitt habe ich auf das folgende Video gebannt:
Neu hat sich auch die Porzellanmanufaktur "Meissen" in Havanna positioniert und will mit Habanos einen Kooperationsvertrag eingehen. Wir dürfen uns also auf Luxusascher Meissen-Habanos freuen.
Herr Einecke repräsentiert Meissen in Havana, er ist auch häufiger Gast im Hafen.
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| Meissen am Habanos-Festival |
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| Herr Einecke mit seiner Gattin Ela Maria Rodriguez |
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| Der Hauptstand an der Messe: Habanos S. A. |
Eingeladen wurde ins "El Pedregal". Zur Cena gaben sich auch die Botschafter der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz die Ehre. Ich war Tischnachbar des Deutschen Botschafters, Dr. Wolf Daerr, der in interessantem Gespräch ein vielfältiges Bild der gegenwärtigen Beziehungen Deutschland-Kuba, aber auch der Situation in Kuba selbst entwarf.
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| Der deutsche Botschafter Dr. W. Daerr kam mit Gattin |
Höhepunkt des Abends war das Konzert der "Camerata romeu", eines ausschliesslich aus Frauen bestehenden klassischen Orchesters. Sie spielten Stücke kubanischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts und auch eine Eigenkomposition einer der blutjungen Violonistinnen. Wir waren alle von der Qualität dieses Orchesters begeistert.
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| Die "Camerata Romeu" |
XIV Festival Habano, Februar 2012 - 29.02.12
29.02.2012
Vom bereits vorgestellten Institut für Tabakforschung lud Juan José López Freire zum Tasting für Deutschland ein. Juan ist Chef der Abteilung für Weiterentwicklungen und hat die nächste Edición regional für Deutschland entwickelt und zwar auf der Vorgabe, ein kleineres, im Geschmack nicht zu starkes Format zu entwickeln. Das Tasting fand in der "Casa del Habano" im Mellía Cohiba statt. Teilnehmer waren Vertreter von Cubatabacco, Habanos, 5thAvenue und deutsche Fachhändler.
Also, worauf werden sich die deutschen Aficionados freuen können? Freire hat eine Puro entwickelt mit dem Stärkelevel der Marke Punch und im Format Hermoso 4. Sie sollte, so Freires Aussage, etwas mehr Secco haben als für Punch üblich. Gerollt wurden die Zigarren in der Gegend von Sancti Spiritus. Zwei Manufakturen werden dort die neue Regional rollen: Sassa del Medio und Bauzá (Kenner sollten sich dann den Code bei Lieferung der ersten Kisten notieren).
Die Zigarren, die wir geraucht haben, waren weniger als fünf Tage alt, entsprechend schwierig gestaltet sich die Antwort auf die Frage, ob das, was wir geraucht haben, dem entsprechen wird, was wir bekommen. Unsere Zigarren hatten ausnahmslos ein selten schönes Deckblatt und waren in höchster Vollendung gerollt. Eine Aschenbildung, von der Collazo nur träumen kann! Geschmacklich aber, wie nicht anders zu erwarten, war die viel zu junge Zigarre unrund, dünner Rauchkörper und die klassischen kratzig-salmiakigen Nebentöne einer unreifen Havana. Dennoch war unverkennbar eine Mischung gelungen, die nach der Nachreife interessant sein kann (wie gesagt, wir wissen nicht, ob wir genau diese Zigarre, von der bislang nur 25 Stück gerollt wurden, bekommen).
Ich habe die versammelten Experten gebeten, nach den Farbregeln des "Kleinen Herzogs" eine Geschmackseinschätzung zu geben. Und siehe da, auch hier klappte trotz einer ganz heterogen zusammengesetzten Gruppe, die noch nie mit dieser Methode gearbeitet hat, die Geschmacksbestimmung. Sie lautete ganz einhellig: Orange bis gelb.
Die Auswertung des Tastings geriet, so Freire, zum "historischen" Ereignis. Offenbar wurde erstmalig eine Zigarrenmischung auf Wunsch von Tastingteilnehmern verändert. Ich war der Meinung, dass die Zigarre etwas mehr Stärke vertragen könnte. Meine Kollegen schlossen sich dieser Meinung an und so erreichten wir, dass Freire erst vorschlug, etwas weniger Volado und noch mehr Secco zu nehmen. Um aber die hervorragenden Brandeigenschaften der Mischung nicht zu gefährden, liess er sich doch herbei, statt eines halben Blattes ligero ein ganzes zu verwenden. Diese Veränderung werde zwar die Zigarre teurer machen, trotzdem werde Habanos sie zum ausgemachten Preis übernehmen können. Muchas gracias auch im Namen aller preisbewussten deutschen Aficionados.
Freire versprach, uns 50 Stück der Zigarre mit dem veränderten Mischungsverhältnis nach Deutschland zu schicken. Wir sind alle gespannt!
Wie wird die Schöne denn nun heissen, wollte ich in der Schlussbesprechung wissen. "Sir John"! Wieso dieser Name für eine deutsche Regional, entfuhr es mir. Und da ging es los: Puszkar versuchte noch der Anwort auszuweichen mit dem Argument, das sei eine lange Geschichte. Aber jetzt wollten es alle wissen. Also denn: Es wird statt der zwei erwarteten deutschen Regionales nur eine geben. Von den zweien war aber bereits eine exklusiv an die Gruppe John Aylesbury vergeben worden, die natürlich auf deren Wunsch "Sir John" heissen sollte. Da es aber jetzt nur eine Regional gibt, konnte die nicht mehr exklusiv den Aylesburyanern überlassen werden (hätte auch bestimmt einen Monstersturm bei uns andern entfacht!). Aber der Name durfte bleiben. Geradezu salomonisch rief Freire schliesslich in die Runde, der anwesende Torcedor der die neue Zigarre rollt, heisse schliesslich auch "John", nämlich José und deshalb sei der Name gut gewählt.
Am Abend schon wieder eine Gala: Diesmal zur Erinnerung an den 520. Geburtstag der Ankunft der Habano in der alten Welt. Eingeladen hat Habanos in das Musuem für Bildende Kunst, also dem Gebäude gegenüber vom Revolutionsmuseum.
Das Museum war schon mehrmals Austragungsort für Galaabende beim Festival. Auch diesmal ein gelungenes Ambiente mit einem Menu, für das u. a. Sterneköche aus Spanien eingeflogen worden sind. Da ich selbst leider eine kleine gastritische Unpässlichkeit zu kurieren hatte, kann ich über die Qualität des Essens nichts berichten.
Grosser Aufwand für das Begleitprogramm wurde getrieben. Ganze Heerscharen von Tänzerinnen und Tänzer zeigten ihr Können.
Xavier Terez, Vizepräsident von Habanos, begrüsste und machte auf die vielen guten Dinge aufmerksam, die wir der Neuen Welt zu verdanken haben. Darunter eben auch unsere geliebte Rauchrolle. Wir bekamen u. a. die neue Limitada 2012: Montecristo 520 (jetzt wissen wir auch, warum sie so heisst) und eine Cuaba Bariay.
Zum eigentlichen Höhepunkt des Abends geriet ein Spontanauftritt von James Belushi. Offenbar aus einer schieren Laune heraus betrat der als Festivalgast anwesende Belushi plötzlich die Bühne, nahm seine Mundharmonika und brachte den Saal in kürzester Zeit zum Kochen. So etwas hat es noch nie gegeben! Unwahrscheinlich gekonnt gingen die Band-Musiker auf die völlig unvorbereiteten Stücke von Belushi ein und legten einen sound hin, der sich gewaschen hatte (um im Jargon zu bleiben). Schliesslich gesellte sich auch noch Phil Manzanera dazu und die beiden rockten das Kunstmuseum aus den Fugen. Und der Clou: Belushi liess während seines rund halbstündigen Auftritts die Zigarre nicht aus der Hand bzw. aus dem Mund. (Ich hoffe, sie ist auf den Photos gebührend zu sehen.) In den tobenden Applaus nach seinem Auftritt rief Belushi: "The blues has arrived in Cuba".
Vom bereits vorgestellten Institut für Tabakforschung lud Juan José López Freire zum Tasting für Deutschland ein. Juan ist Chef der Abteilung für Weiterentwicklungen und hat die nächste Edición regional für Deutschland entwickelt und zwar auf der Vorgabe, ein kleineres, im Geschmack nicht zu starkes Format zu entwickeln. Das Tasting fand in der "Casa del Habano" im Mellía Cohiba statt. Teilnehmer waren Vertreter von Cubatabacco, Habanos, 5thAvenue und deutsche Fachhändler.
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| Juan José López Freire |
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| Juan José López Freire |
Die Zigarren, die wir geraucht haben, waren weniger als fünf Tage alt, entsprechend schwierig gestaltet sich die Antwort auf die Frage, ob das, was wir geraucht haben, dem entsprechen wird, was wir bekommen. Unsere Zigarren hatten ausnahmslos ein selten schönes Deckblatt und waren in höchster Vollendung gerollt. Eine Aschenbildung, von der Collazo nur träumen kann! Geschmacklich aber, wie nicht anders zu erwarten, war die viel zu junge Zigarre unrund, dünner Rauchkörper und die klassischen kratzig-salmiakigen Nebentöne einer unreifen Havana. Dennoch war unverkennbar eine Mischung gelungen, die nach der Nachreife interessant sein kann (wie gesagt, wir wissen nicht, ob wir genau diese Zigarre, von der bislang nur 25 Stück gerollt wurden, bekommen).
Ich habe die versammelten Experten gebeten, nach den Farbregeln des "Kleinen Herzogs" eine Geschmackseinschätzung zu geben. Und siehe da, auch hier klappte trotz einer ganz heterogen zusammengesetzten Gruppe, die noch nie mit dieser Methode gearbeitet hat, die Geschmacksbestimmung. Sie lautete ganz einhellig: Orange bis gelb.
Die Auswertung des Tastings geriet, so Freire, zum "historischen" Ereignis. Offenbar wurde erstmalig eine Zigarrenmischung auf Wunsch von Tastingteilnehmern verändert. Ich war der Meinung, dass die Zigarre etwas mehr Stärke vertragen könnte. Meine Kollegen schlossen sich dieser Meinung an und so erreichten wir, dass Freire erst vorschlug, etwas weniger Volado und noch mehr Secco zu nehmen. Um aber die hervorragenden Brandeigenschaften der Mischung nicht zu gefährden, liess er sich doch herbei, statt eines halben Blattes ligero ein ganzes zu verwenden. Diese Veränderung werde zwar die Zigarre teurer machen, trotzdem werde Habanos sie zum ausgemachten Preis übernehmen können. Muchas gracias auch im Namen aller preisbewussten deutschen Aficionados.
Freire versprach, uns 50 Stück der Zigarre mit dem veränderten Mischungsverhältnis nach Deutschland zu schicken. Wir sind alle gespannt!
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| Schlussbesprechung mit Freire |
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| Toni muss fleissig übesetzen |
Am Abend schon wieder eine Gala: Diesmal zur Erinnerung an den 520. Geburtstag der Ankunft der Habano in der alten Welt. Eingeladen hat Habanos in das Musuem für Bildende Kunst, also dem Gebäude gegenüber vom Revolutionsmuseum.
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| Getafelt wird im Kunstmuseum |
Grosser Aufwand für das Begleitprogramm wurde getrieben. Ganze Heerscharen von Tänzerinnen und Tänzer zeigten ihr Können.
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| Auf der Bühne: Ankunft von Kolumbus |
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| Kubanische Anmut |
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| Montecristo 520 |
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| Cuaba Bariay |
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| Cuaba Bariay |
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